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Archiv: Eltern

2011 28 Mrz

Landkarte

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Wir haben mit meinen Eltern den ganzen slowenischen Wanderweg bewandert und viele schöne Orte in Slowenien besucht. In der Schule hatten wir dann einen Erdkundetest, mit einer Übung, in der man einige berühmte Orte (die Hauptstadt, Triglav, Koper usw.) auf der Karte von Slowenien eintragen sollte. Meine Eltern waren enttäuscht, weil ich die Orte, die wir besucht hatten, an den falschen Stellen angebracht hatte (zum Beispiel Triglav, den höchsten Gipfel in Slowenien, am Meer).


Wir haben mit unseren Kindern schon einige dieser Orte besucht – aber jetzt habe ich eine Landkarte im Auto, auf der wir die Orte markieren, die wir besuchen, und welchen Weg wir gefahren oder gewandert sind, damit unsere Kinder sich besser auf der Karte orientieren können.


Knez Alenka

In meiner Karriere habe ich eine Erfahrung gemacht, die wirklich sehr unangenehm war. Vor ungefähr fünf oder sechs Jahren fiel ein Mädchen aus einer Klasse, die mir zugewiesen war, beim Spielen mit einem Klassenkameraden hin.
Es war eine kleine Schnittwunde, nichts Ernstes, aber am Anfang kam sehr viel Blut heraus. Ich war zu diesem Zeitpunkt mit dem Religionslehrer zusammen da und befand es als nützlich, die Familie zu informieren und eine Ambulanz zu rufen, um das Mädchen ins Krankenhaus zu bringen, damit die Familie sich in diesem erschreckenden Augenblick nicht darum kümmern musste. Einige Tage nach dem Zwischenfall hörte ich, dass das Mädchen aus dem Krankenhaus gekommen war. Die Situation wurde sehr unangenehm. Andere Eltern und Mitschüler fragten mich, wie es ihr ginge, und ich wusste nicht, was ich antworten soll. Ihr Vater, den ich fast nicht kannte, entschied sich dazu, die Versicherung um Schadenersatz zu bitten, und das führte zu sehr unerfreulichen verwaltungstechnischen Schritten. Dieses Ereignis brachte mich dazu, darüber nachzudenken, wie wichtig es ist, mit den Eltern der Kinder eine Atmosphäre des wechselseitigen Vertrauens zu schaffen sowie eine wechselseitige Beziehung unter Kindern, Lehrern und Erwachsenen/Eltern aufzubauen.


Carmen Stanzani, Vorschullehrerin, 56, Italien

Unsere jüngere Tochter schläft morgens gerne aus. Sie war wirklich sehr sauer, wenn sie morgens in den Kindergarten gehen sollte. Sie weinte und es war wirklich sehr schwer, sie in den Kindergarten zu bringen. Deshalb entschloss ich mich dazu, etwas dagegen zu tun. Ich begann, ihr Geschichten zu erzählen, wenn ich sie weckte. Normalerweise nahm ich sie in den Arm und brachte sie zum Kindergarten (glücklicherweise nicht weit weg von unserem Heim). Den ganzen Weg lang erzählte ich ihr Geschichten, und es funktionierte. Wir lösten das Problem. Ich finde, dass das der richtige Weg war. Leider sind die meisten unter uns so unter Stress und wir haben so viel Angst davor, zu spät zur Arbeit zu kommen, dass wir nicht verstehen, was unsere Kinder brauchen. Wie der serbische Dichter Rsumovic schon sagte: „Dete nije dete, igra_ka za strine i tete dete je dete da ga volite i razumete“ (ein Kind ist kein Spielzeug für Tanten, ein Kind ist ein Kind, das du lieben und verstehen musst).

2011 28 Mrz

Spät dran sein

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Jetzt, wo ich alt bin, denke ich oft an die Zeit zurück, als meine Töchter in den Kindergarten gingen. Zu dieser Zeit arbeitete ich in einer Firma, die versuchte, aus einer Krise heraus zu kommen. Wir arbeiteten lange Tage und vergeudeten Zeit mit Besprechungen. Normalerweise holte meine Frau unsere jüngere Tochter vom Kindergarten ab. Einmal allerdings sollte ich sie abholen. Leider hatten wir schon wieder eine dieser Besprechungen, um eine Lösung aus der Krise heraus zu finden. Also kam ich spät zum Kindergarten. Alle anderen Kinder waren schon weg, nur meine Tochter wartete da mit der Putzfrau. Sie war froh, als ich kam, aber mir ging es dabei sehr schlecht. Sogar heute noch habe ich noch ein ungutes Gefühl, wenn ich an dieses Ereignis zurückdenke. Wenn ich darauf zurückblicke, finde ich, dass es wichtiger ist, sich um seine Familie zu kümmern, als ein Workaholic zu sein und zu denken, dass lange Arbeitstage die Firma aus der Krise herauskriegen.

2010 16 Jun

Abgeben und Loslassen

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Eines Tages meldete sich ein junger Architekt bei mir, der für seinen damals 10 Monate alten Sohn, nennen wir ihn Jonas, einen Betreuungsplatz suchte. Er hatte bis dahin seinen Sohn immer mit ins Büro bzw. ihn in der Rückentrage mit auf die Baustellen genommen, wenn er vor Ort zu tun hatte.

Die Mama, eine Ärztin, konnte sich wegen ihres Schichtdienstes im Krankenhaus nicht regelmäßig um Jonas kümmern. Der Vater hatte ein inniges Verhältnis zu seinem Sohn und die Entscheidung, ihn „aus den Händen“ zu geben, fiel ihm sichtlich schwer.

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